Das Eins fällt am Freitag in Stein im wahrsten Sinne auf die Nase (22:26), rehabiltiert sich jedoch mit einem Überraschungssieg gegen Binningen am Sonntag (26:23). MIT FOTO!
Das vergangene Wochenende war für die Handballer der 1. Mannschaft des TV Muttenz ein sehr intensives. Weil es der Spielkalender so wollte, standen zwei Partien innerhalb von drei Tagen auf dem Programm, nämlich ein schweres Auswärtsspiel in Stein am Freitag und ein nicht weniger kompliziertes Heimspiel am Sonntag gegen den Tabellendritten aus Binningen. Nach zuletzt zwei Siegen aus drei Spielen wollte man die interne Zielsetzung, aus fünf Spielen mindestens vier Siege davonzutragen, unbedingt erfüllen.
2. Liga: TV Stein - TV Muttenz 26:22 (13:11) Bustelbach, Stein: 60 Zuschauer. Für den TVM im Einsatz: Mario Mosimann, Sebastian Ebneter; Armin Schärer, Dominik Binggeli, Nikola-Alen Jeker, Misa Kaspar, Simon Altwegg, Pascal Schnell, David Fromm, Nico Kielbasa.
Der erste Auftritt ging dann aber komplett in die Hose. In Stein, in einer Halle mit speziellen Lichtverhältnissen und einem sehr energischen Publikum, mangelte es am Willen und nicht zuletzt auch am Glauben, die zwei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten im hinteren Mittelfeld der Tabelle zu gewinnen. Der fatale Kaltstart und ein 1:5-Rückstand nach zehn Minuten lenkte die Partie bereits in vorgefertigte Bahnen. Die Steiner, an diesem Abend wahrlich kein Übergegner, traten entschlossen auf und bewiesen sich als kaltschnäuzige Frontrunner. Die Muttenzer ihrerseits rissen sich nach einem Time-Out am Riemen und vermochten die Partie zumindest zeitweise offen zu gestalten. In der zweiten Halbzeit näherte man sich so den Gastgebern an und verkürzte auf 13:14, eine Reihe Unzulänglichkeiten brachen den Gästen dann allerdings das Genick. Mit 14:20 zog der TV Stein davon und die Partie schien entschieden. Kam noch hinzu, dass der Muttenzer Pascal Schnell mit dem Kopf eines Gegenspielers zusammenstiess und einen Nasenbeinbruch davontrug. Blutüberströmt - lange Zeit vom Schiedsrichtergespann unbeachtet - blieb er auf dem Boden liegen und fiel für den Rest der Spielzeit aus. Und trotzdem geschah noch Seltsames: Wie von Geisterhand warfen die Steiner nun ihre Bälle ins Niemandsland neben dem Tor und der TVM verkürzte zum zweiten Mal auf ein Tor (21:22). Da Muttenz jedoch einen wirklich schwachen Abend einzog, konnte nicht weiter Kapital daraus geschlagen werden und das Spiel ging verdientermassen verloren. Fazit: Die Muttenzer bekamen mit dem 22:26 in Stein im wahrsten Sinne "eins auf die Nase".
2. Liga: TV Muttenz - HB Blau Boys Binningen 26:23 (14:9) Kriegacker, Muttenz: 35 Zuschauer. Für den TVM im Einsatz: Mario Mosimann, Sebastian Ebneter; Armin Schärer, Nikola-Alen Jeker, David Fromm, Dominik Binggeli, Maximilian Jossbächer, Misa Kaspar, Simon Altwegg, Timo Fromm, Nico Kielbasa.
Im zweiten Spiel war dann eine starke Reaktion gefordert. Schwierig nur, dass mit den Blau Boys aus Binningen ein Gast im Kriegacker war, der mit vielen jungen Spielern bis auf den dritten Tabellenrang vorstossen konnte. Es war also ein enormer Muttenzer Effort vonnöten, um die angestrebten zwei Punkte zu gewinnen. Dementsprechend präsent starteten die Muttenzer in die Partie und vermochten von Beginn an den Gegner offensiv wie defensiv unter Druck zu setzen. Nie geriet man in Rückstand und von den Gästen, die mit einer reichlichen Portion Selbstvertrauen ins Spiel gestiegen waren, kam herzlich wenig Gegenwehr. Dem Kreisspieler der Gäste musste zwar der eine oder andere Treffer zugestanden werden, die übrigen Binninger hatte man jedoch im Griff. Bis zur Pause erspielte sich der TVM so ein beruhigendes Fünf-Tore-Polster (14:9) und stellte die Gäste damit vor eine gehörige Denkaufgabe. Die konzentrierte Leistung zog sich jedoch weiter, wodurch den Blau Boys keine Rückkehr ins Spiel gewährt wurde. Der Vorsprung wurde gar auf bis zu acht Tore (18:10) ausgebaut und mit Mario Mosimann konnte das Team auf einen starken Rückhalt im Tor zählen. Einer einzigen, wenn auch sehr kurzen Stärkephase der Gäste wussten die Muttenzer Trainer mit einem Time-Out Herr zu werden. Der zwischenzeitliche Abstand von drei Toren wurde kurz darauf prompt auf sechs ausgebaut, womit nach 57. Minuten die Entscheidung gefallen war. Fazit: Eine wahrlich starke Reaktion gegen einen favorisierten Gegner, den man mit hoher Präsenz und viel Willenskraft überraschte. Die Zuschauer bereuten ihr Kommen ob des begeisternden Auftrittes des TV Muttenz nicht!
 Armin Schärer im Abschluss gegen Binningen. Foto Raphael Reinhard. |