Zuhause, vor einem begeisterten Publikum, holt die U15 des TV Muttenz Handball gegen Stein die für den Meistertitel benötigten zwei Punkte. Nach dem 1. Rang der U19 belegt nun auch die Mannschaft von Raphael Reinhard und Florian Rietschi den obersten Platz - sensationell!

Die Krönung einer überragenden Saison
Ein Spiel, welches die gesamte Saison nicht besser widerspiegeln könnte. Nichts, aber auch gar nichts scheint diese Mannschaft beunruhigen zu können. Ausfälle von Stammspielern? Keine Sache - solange zumindest noch genügend Spieler aufs Feld geschickt werden können. Ohne jegliche Selbstzweifel wurden Probleme angegangen, schliesslich sind sie nur dazu da, um gelöst zu werden...
Kann man sich einen Titel mehr verdienen, als wenn man während einer ganzen Saison nach 60 Spielminuten nie ein Tor weniger als der Gegner erzielt hat? Dass die Jahrgänge 95 und 96 es handballtechnisch in sich haben, hatte man bereits letzte Saison gesehen. Das Coaching-Duo hatte sich damals die ganze Saison über im Talentschuppen der U-13 bedient und wurde nie enttäuscht. Und das Beste an diesem frühen Zusammenwachsen dieser beiden Jahrgänge ist sicherlich, dass man das vielzitierte Lehrgeld damit schon im letzten Jahr bezahlt hatte.
Souveräne Qualifikation für die Meistergruppe Im Juni 09 konnte man so den frischgebackenen U13-Vize-Schweizermeister in Empfang nehmen und sogleich mit der Detailpflege beginnen. So war das Vorbereitungsturnier "Sole-Uno Cup" in Magden auch nur noch dazu da, um die Automatismen in einem Ernstkampf zu testen. Und dies überaus erfolgreich: Unbesiegt und mit Wellness-Voucher ausgestattet verliess das Team Magden, um wenig später wieder dorthin zurückzukehren. Diesmal ging es um Punkte im ersten Meisterschafsspiel, was auf den Ausgang der Partie jedoch keinen Unterschied ausübte. Auch die anderen beiden Qualifikationspartien gegen Sissach und Saisondauerrivale Birseck wurden klar für sich entschieden. Ein erstes Saisonziel konnte so schon früh abgehakt werden, nämlich der Qualifikation für die Meistergruppe.
Eklat und Profilierung Und auch da gewöhnte man sich schnell an das, was am meisten Spass macht: das Gewinnen. Die ersten sechs Partien im Meister wurden allesamt gewonnen, bis man vom Verband dicke Post bekam. Wegen eines Verstosses im Lizenzierungsverfahren setzte es zwei Forfait-Niederlagen ab und zwei Stammspieler schieden für den restlichen Verlauf der Meisterschaft aus. Man legte daraufhin Rekurs gegen die zweite Forfaitniederlage ein und bekam glücklicherweise auch Recht. Die Tabellenführung war damit aber weg und es sollte einige Zeit dauern, bis man sie sich wieder aneignen konnte. Dies entfachte die Motivation innerhalb des Teams natürlich aufs Neue und mit einer "Jetzt-erst-recht-Einstellung" wurde gleich im ersten Spiel nach dem Eklat die absolute Meisterprüfung abgelegt. Mit nur 6 Feldspielern und 2 Goalies wurde das Spitzenspiel in Stein für sich entschieden. Innert einer Woche hätte das Team sich aus dem Meisterrennen verabschieden müssen, hätte es neben der Niederlage am grünen Tisch auch noch auf dem Feld den Kürzeren gezogen. Aber mit diesem Charaktertest wahrte man sich weiterhin die Chance, bei der Vergabe um den Titel ein gewichtiges Wort mitreden zu können.
Erster regulärer Punktverlust und "mentale Keulen" Der Start ins neue Jahrzehnt glückte nicht wie gewünscht. Im ersten Rückspiel der Meisterschaft verpasste man es in Steinen, einen Gegner in die Schranken zu weisen, welchen man im ersten Spiel der Meistergruppe mit 40:10 in seine Einzelteile zerlegt hatte. Es resultierte nur ein mageres Unentschieden. Mit diesem neuerlichen Rückschlag hatte niemand gerechnet. Aber wie eingangs erwähnt, sind Probleme dazu da, gelöst zu werden: Der Frust wurde deshalb schnell abgeschüttelt und im nächsten Spiel musste gleich wieder ein Team aus dem grossen Kanton eine mentale Keule verdauen (36:15-Sieg gegen den HC Karsau). Dies war die Initialzündung für die zweite Saisonhälfte. Zu diesem Zeitpunkt kam auch noch das Team aus der Kantonshauptstadt, die Vikings Liestal, infrage für den Meistertitel. Deswegen nahm das Coaching-Duo den bisher unbekannten Gegner zweimal etwas näher unter die Lupe. Innert einer Woche trug man das Hin- und Rückspiel gegen Liestal aus. Mit zwei ganz starken Darbietungen nahm man Liestal aus dem Rennen und brachte sich wiederum selber hervorragend in Position. Doch auch die SG Birseck hatte einen Super-Lauf. Ausser der Startniederlage und dem verlorenen Hinspiel gegen uns, entschieden sie sämtliche Partien für sich.
Die absolute Demonstration der eigenen Stärke Es war deshalb klar, dass das Rückspiel zuhause gegen Birseck das Spiel der Saison sein würde und die Meisterschaft vorentscheiden würde. Und hier zeigte die Mannschaft ihr wahres Gesicht: Man spielte den besten Handball dann, wenn es darauf ankommt. Im absoluten Spitzenspiel gegen die SG Birseck liess man es zu keinem Zeitpunkt zu, Fragen über den Sieger der Partie aufkommen zu lassen. Und selbst die eine oder andere Handball-Koryphäe auf der Tribüne staunte nicht schlecht über das, was den Zuschauern auf dem Feld geboten wurde. Damit war der Weg für den Titelgewinn freigeschaufelt, wenn auch in den letzten drei Spielen noch die Regioauswahl und der Dritt- bzw. Vierplatzierte zuhause auf dem Programm standen. Der Regioauswahl fügte man die höchste Saisonniederlage zu und setzte somit nochmals ein grosses Ausrufezeichen in Sachen Entschlossenheit, das Saisonziel zu erreichen. Es brauchte nun nur noch einen Sieg aus zwei Spielen, um den ersten U15-Meistertitel seit einer gefühlten Ewigkeit einzufahren.
Heimsieg gegen Stein: "Wir sind Meister!!!" Auch die zweite Partie gegen Stein war also von enormer Bedeutung, und wiederum konnte man personell nicht aus dem vollen Schöpfen. Zwei Stammspieler waren mit der Regioauswahl an einem Turnier, drei weitere verletzten sich im Verlaufe des Spiels. Doch die Mannschaft bewies ein weiteres Mal Charakter, Nervenstärke und die Fähigkeit totaler Fokussierung auf das Wesentliche. In der Pause lagen die Muttenzer zwar mit neun Toren vorne, aber der Gegner war genügend stark, um nochmals zurück ins Spiel zu finden, wenn man selber etwas nachlassen sollte. Es schlichen sich in Hälfte zwei immer mehr Fehler in diesem sehr kräfteraubenden Spiel ein, einerseits weil beide Teams ihr Glück in Gegenstössen versuchten, andererseits drückte die Sonne mit sommerlicher Stärke ihre Strahlen durch das Kriegacker-Dach. Durch sehr häufiges Wechseln wollte man weiteren Verletzungen von Spielern entgegenwirken und gleichzeitig den Vorsprung ins Trockene bringen. Zum ersten Mal in dieser Saison verlor man eine Halbzeit, doch dies war allen Beteiligten natürlich völlig egal. Als man eine Minute vor Spielende immernoch mit sechs Toren führte, genehmigte sich das Team noch ein Time-Out, um den Moment des Meisterwerdens vollends in sich reinzuziehen. Und während auf der Matchuhr die letzten Sekunden herunterliefen, wurden auf der Spielerbank bereits die Meistershirts verteilt. Hiermit möchten sich die beiden Coaches recht herzlich beim Team bedanken, dass sie den ersten Matchball bereits genutzt haben. Denn wenn man die letzten Spiele beide verloren hätte, wäre das vorzeitige Bestellen der Meistershirts ein teurer Spass für uns beide geworden. :-)
Die Saison kann noch nicht ganz abgehakt werden: Durch die grossartigen Leistungen haben sich die Muttenzer die Chance erarbeitet, sich fürs nächstjährige U15-Inter zu qualifizieren. Das Turnier findet am 1. Mai in Thun statt. Somit ergibt sich die Möglichkeit einer Spitzensaison noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen. Wir hoffen wieder auf zahlreiche Unterstützung! Wer sich zum Mitkommen entschliesst, hat die Möglichkeit dies vergünstigt zu tun. Es wird eine Gruppenreise mit dem Zug angeboten. Lasst euch dieses Ereignis nicht entgehen!
Telegramm: TV Muttenz - TV Stein 26:20 Kriegacker, Muttenz. 30 Zuschauer. SR. Studer. TV Muttenz: Silvan Wehner; David Bloch, Ricardo Cardoso, Pascal Jauslin, Jan Gautschi, Dominic Visentin, Raphael Koller, Dominik Koch, Raphael Walliser, Mihajlo Maric, Nicolas Petersen, Silas Unrau, Lukas Sägesser, Cédric Sisti. Trainer: Raphael Reinhard, Florian Rietschi.
Einige Impressionen vom Meistertag:




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