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U19: Die erfolgreiche Derniere des Regionalmeisters - Jahres- und Spielbericht E-Mail
Geschrieben von: Nico Kielbasa   

Die U19-Junioren des TV Muttenz Handball gewinnen ihre letzte Partie zuhause gegen den TV Arlesheim mit 36:22 (16:11) und schliessen damit ihre überragende Meistersaison mit dem 19. Sieg im 20. Spiel ab!

Es war ein sehr langes Handballjahr für die U19. Im Mai des vergangenen Jahres trainierte die Equipe von Lukas Fromm, Nico Kielbasa und Roman Aerni erstmals gemeinsam und wer damals öffentlich behauptete, dass man ein gutes Jahr später Regionalmeister sein würde, der wurde zwar für seinen Optimismus gelobt, allerdings auch ein wenig belächelt. Ein starkes Teilnehmerfeld wollte sich nämlich daran machen, den begehrten Titel in die eigenen Reihen zu holen. Darunter auch viele Teams mit Sonderlizenzen, also solche Mannschaften, die ältere Spieler einsetzten und als eigentliche U21 antraten. Als Saisonziel wurde deshalb der dritte Platz unter elf Teams formuliert, ein optimaler Saisonverlauf vorausgesetzt. Über den Gewinn der Meisterschaft wurde da noch nicht gesprochen.

Beginn des Meistertraums
Dies begann erst Ende Oktober: Nach einer katastrophalen Vorbereitungsphase mit nur einem Unentschieden am Sissa-Cup und teils peinlichen Niederlagen verpasste man auch den Saisonstart komplett. Gegen Möhlin geriet man in der ersten Halbzeit des ersten Saisonspiels gleich mit 4:15 unter die Räder und verlor in der Folge die Partie deutlich. Angesichts der schlechten Trainingsmoral (durchschnittlich 6 Leute im Training) waren nun klare Worte seitens der Trainer gefordert. Sie verlangten ab sofort grösseres Engagement und eine Reaktion auf dem Platz. Andernfalls würden sie jemand anderem ihren Platz überlassen und per sofort zurücktreten. Diese Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht. Im ersten Heimspiel gegen Kleinbasel wurde das langersehnte Erfolgserlebnis endlich eingefahren. Bis die Spieler die Philosophie der Trainer allerdings endgültig verstanden, dauerte es noch einige Wochen und vor allem benötigte es harte Entscheidungen. Eine Woche nach dem sensationellen Handballlager in Tenero fand das kapitale Rückspiel gegen Möhlin statt. Diese Wichtigkeit wurde allerdings nicht von allen erkannt, weswegen wieder einige dem Trainingsbetrieb fernblieben. Die einfache und sehr wirksame Konsequenz: Wer nicht trainiert, spielt nicht. Als dann eine notgedrungen mit U17-Spielern verstärkte U19 den Gruppenfavoriten Möhlin knapp zuhause schlug, wurde die Meistereuphorie losgetreten. Nichts schien mehr unmöglich, alle waren gewillt, ihr eigens gesetztes Saisonziel deutlich nach oben zu korrigieren. Und auch das Problem der Trainingsabsenzen regelte sich ab diesem Zeitpunkt wie von selbst. Niemand wollte mehr von den Coaches ausgebootet werden und aus der "Wohlfühloase Trainingshalle" wurde ein Ort der harten und konzentrierten Arbeit.
  
Gewonnene Schlüsselspiele
Nach diesem enorm wichtigen Wendepunkt entwickelte die Mannschaft immer mehr ein unglaubliches Selbstverständnis, mit dem sogar die schwersten Spiele gewonnen wurden. Dieses "Bayern-Gen" sorgte unter anderem dafür, dass der spielerisch sehr starke ESV Weil am Rhein zweimal auf spektakuläre Art und Weise geschlagen wurde und auch der damalige Leader TV Stein im Kriegacker den Kürzeren zog. In der Tabelle befand man sich zu diesem Zeitpunkt immer noch in Lauerstellung, gegen den TV Zell - in der wohl kuriosesten und wohnzimmergrossen Turnhalle - schaffte man es dann kurz später, erstmals die "1" auf dem Rücken zu haben. Diese neue Position sorgte für viel Enthusiasmus und weiteren Antrieb für die restlichen Spiele bis Weihnachten. Allesamt wurden sie gewonnen und damit die erste Phase der beeindruckenden Siegesserie abgeschlossen.

Bestätigung im neuen Jahr und Husarenstück
Dass diese Resultate nicht bloss Zufall waren, sondern auf einem stabilen Fundament erzielt wurden, bestätigte sich im neuen Jahrzehnt. In einer Reihe von heiklen Auswärtsspielen gegen Mittelfeldteams im Januar, hätte leicht der ein oder andere Punkt auf der Strecke bleiben können, so wie das bei den Mitfavoriten um den Titel geschah. Doch die Konzentration auf das Wesentliche, den Sieg, war stets enorm hoch und zusammen mit dem beinahe unerschütterlichen Selbstvertrauen war dies eine für jeden Gegner tödliche Mischung. Im Reigen all dieser Siege war es zeitweise ein wahrer Genuss, als Trainer zuschauen zu können, wie die Automatismen auf dem Spielfeld perfekt griffen. Besonders der Heimsieg gegen den GTV Basel ist dabei zu erwähnen. Das 34:11 im Kriegacker war etwas vom Besten, was diese Mannschaft in dieser Saison zeigte.
Das wahre Husarenstück folgte dann aber anfangs Februar. Im Auswärtsspiel gegen den damaligen Tabellendritten TV Stein ging es darum, das letzte Aufeinandertreffen mit einem der starken vier Teams dieser Gruppe für sich zu entscheiden. Der 26:24-Sieg gelang in extremis und öffnete endgültig Tür und Tor für den Gewinn der Regionalmeisterschaft.

Den Titel früh klar gemacht
Drei Spiele später war es dann so weit. Weil der ärgste Verfolger aus Möhlin gleich doppelt patzte (Unentschieden in Weil und Niederlage gegen ATV/KV), die Muttenzer zeitgleich jedoch all ihre Spiele gewannen, fehlte vor dem Heimspiel gegen den TV Zell nur noch ein Sieg für die Realisierung des Meistertraums. Dies hatte sich auch im Dorf herumgesprochen. Das Zuschaueraufkommen in dieser entscheidenden Phase der Saison war hocherfreulich. Gegen den TV Sissach beispielsweise waren 100 Zuschauer zugegen. Diese treue Muttenzer Fanschar wollte sich dann auch das Finale gegen Zell nicht entgehen lassen, in welchem alle Spieler eine unglaublich starke Leistung abrufen konnten und den Gegner gleich mit 44:11 deklassierten. Danach herrschte im Kriegacker purer Freudentaumel und die Gewissheit, dass die mit Abstand konstanteste Mannschaft der Liga den Titel mehr als verdient hatte. Die TVM-U19 wurde Regionalmeister - und dies bereits drei Runden vor Saisonende!

Derniere und Vollendung der Siegesserie
Am Samstag also absolvierten die Junioren dann noch ihr Abschiedsspiel gegen Arlesheim. Es war in der Tat nicht nur der Abschied von der sensationellen Saison 2009/2010, sondern gleich auch ein Abschied in diversen anderen Bereichen: Viele der eingesetzten Junioren bestritten aufgrund ihres Alters ihr letztes Spiel im Jugendbereich und werden ab nächstem Jahr in den Aktivmannschaften spielen. Damit war es natürlich auch das letzte Mal, dass die Mannschaft in dieser Besetzung antrat. Auch für das Trainerduo L. Fromm/Kielbasa war es das vorerst letzte Mal, dass sie gemeinsam an der Linie stehen. Fromm wird neu als Cheftrainer die Geschicke der 1. Mannschaft leiten, Kielbasa verabschiedet sich für ein Auslandsemester in Richtung Chile. Ab Mai wird die U19 deshalb von Roman Aerni und Sebastian Ebneter betreut werden.
Unter all diesen Vorzeichen wollte man deshalb noch einmal das Maximum aus sich herausholen und mit viel Freude und Genuss das letzte Spiel bestreiten. Ganz so perfekt lief es dann allerdings nicht, zu sehr war die Luft schon vor dem Spiel draussen. In der 1. Halbzeit hatte man den Gegner zwar im Griff, liess ihn aber noch gewähren (16:11). Im zweiten Spielabschnitt deutete die Mannschaft dann noch einmal an, weshalb sie Meister geworden war und liess das Resultat zwischenzeitlich auf 31:15 anwachsen. Mit dem 36:22 am Spielende waren alle zufrieden und der schöne Schlusspunkt unter eine glänzende Saison gesetzt: Es war dies der 19. Sieg in Serie! Ein Rekord, an dem sich noch so manches Team in Zukunft die Zähne ausbeissen dürfte.

Telegramm: TV Muttenz - TV Arlesheim 36:22 (16:11)
Kriegacker, Muttenz. 15 Zuschauer. TV Muttenz: Micha Dill, Cristian Cardoso; Janic Aebi (2), Simon Altwegg (2), Cyrill Bielmann (5/2), Dominik Kämpfer, Dennis Kramer (8), Pascal Liederer, Andrin Mosimann (2), Fabio Rui, Stefan Schneilin (9), Cyrill Schwab (1), Benjamin Walliser (4), Fabian Zimmerli (3). Trainer: Lukas Fromm, Nico Kielbasa, Roman Aerni. TVM ohne: Niklas Moström, Raphael Hofer (Einsatz Pratteln), Aleksandar Rakic, Samuel Imbeck (beide verletzt).


   

   

   
                                                                                                   

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. April 2010 um 12:40 Uhr
 
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